Geschichte

Die Anfänge des Kulturzirkels liegen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Im Sportverein Hausen am Andelsbach gibt es die Sportjugend, die sich zur Aufgabe macht, neben den bereits bestehenden sportlich-abteilungsbezogenen Angeboten, abteilungsübergreifende Freizeitangebote für Jugendliche anzubieten. In dieser Zeit kam auch der Wunsch von den älteren Jugendlichen, ein OPEN AIR zu veranstalten. Dieses wurde dann auch über einige Jahre einmal jährlich, unter dem Dach des Sportvereins, im "Stoibruch" veranstaltet. Da das OPEN AIR eine Freiluftveranstaltung ist und der Erfolg zum großen Teil vom Wetter beeinflusst wird, kamen die inzwischen jungen Erwachsenen zur Überzeugung, dass die finanziellen Risiken dem Sportverein, dessen Zweck ja eigentlich ein anderer ist, nicht weiter auferlegt werden können.

Zwischen der Entscheidung, einen Verein zu gründen und der Gründungsversammlung, gab es viele Gespräche und Ideen, welchen Zweck der neue Verein haben soll. Schlussendlich wurde entschieden, dem Verein einen breit gefächerten Zweck im Bereich Kunst, Kultur und Denkmalpflege zu geben Dass neben dem OPEN AIR auch andere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden sollen, darüber war man sich einig.

Im November 1993 wurde der Verein "Kulturzirkel Hausen am Andelsbach e.V." gegründet.

Mit großer Euphorie und Tatendrang ging es in das Jahr 1 nach der Gründung.

Die erste Aufgabe bestand darin, die Wirtsleute vom Gasthaus Hirsch von unserer Idee zu überzeugen, dass wir als Verein den Saal des Gasthauses für kulturelle Veranstaltungen nutzen wollen.  Heute arbeiten wir mit den Wirtsleuten seit 20 Jahren zusammen und dürfen Gast in deren Hirschsaal sein.

Dass der Wirt anfangs unser Tun etwas kritisch betrachtete, dazu eine kleine Anekdote:

Wir hatten die Schuftnudeln, eine 4 Mann Gruppe aus Ravensburg, verpflichtet. Als Gag zu Beginn des Programms werden die Gruppenmitglieder nackt, nur mit einem Koffer vor dem Körper, auf die Bühne kommen. Und genau dieses Bild war auf dem Plakat, das für die Veranstaltung warb und unter anderem auch im Gasthaus Hirsch aufgehängt wurde. Als der Wirt dieses Plakat erblickte, war er außer sich. Für ihn kam es nicht in Frage, ein solches Plakat in seinem Lokal aufzuhängen und ein derart anzügliches Programm auf seiner Bühne durchführen zu lassen. Mit vielen guten Worten und dem Versprechen, dass das Programm wirklich jugendfrei sei, konnte der Wirt schlussendlich überzeugt werden.

Die erste Veranstaltung im Hirschsaal war der Auftritt der a cappella Gruppe "Red Roses" aus Hannover.

1994 wurde die Turn- und Festhalle in Hausen am Andelsbach erstmals als Veranstaltungsort gewählt.

Ein Film mit dem Titel „Hausen unser Dorf, Geschichte und Geschichten“, von Vereinsmitgliedern gedreht und zwischenzeitlich schon Zeitgeschichte,  wurde im Hirschsaal vorgeführt. Viele Personen kamen in dem Film zu Wort, Personen die heute nicht mehr unter uns weilen, aber mit ihren Geschichten das frühere Leben in unserem Ort für uns in Erinnerung behalten.

Auch die Kirchen in der Gemeinde dürfen wir als Veranstaltungsort nutzen. Gospelchöre und Weihnachtskonzerte wurden bis heute präsentiert.

Mit Benefizveranstaltungen und deren Erlösen, unterstütz(t)en wir kranke und hilfsbedürftige Menschen, Kinder in Afrika und Südamerika, Opfer des Tsunamis in Thailand.

Der Hauptveranstaltungsort bleibt aber der Hirschsaal. Zwischen 6 und 8 Veranstaltung von Oktober bis April jeden Jahres finden hier statt.

Künstler, die erstmals bei uns auftraten und zu dieser Zeit noch eher unbekannt waren, sind heute auf deutschen Bühnen und im Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Sei es Hannes und der Bürgermeister, Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle, Christoph Sonntag, Michael Altinger, Philipp Weber, Johann König oder Viva Voce, um nur einige zu nennen.

Die Kurve des Vereins führte nicht immer nach oben. Im Jahre 1996 glaubten wir im Verein einen großen Fisch an Land gezogen zu haben. Der damalige Jugendsender SWF 3 zog mit der OPEN AIR Veranstaltung „Tanzpalast“ durch Städte und Dörfer. Um den Tanzpalast für SWF 3 zu finanzieren, mussten wir das Konzept beim Sender einkaufen. Durch Werbung im Radio und dem damit verbundenen Verkauf von Eintrittskarten, hofften die Verantwortlichen des Vereins die Unkosten refinanzieren zu können. Am Ende blieb uns aber ein mittlerer fünfstelliger Minusbetrag. Eine finanzielle Belastung, die alleine der Verein zu tragen hatte. Beim damaligen Bürgermeister von Krauchenwies wurde angefragt, ob die Gemeinde für den benötigten Bankkredit bürgen würde. Dies wurde mit für den Verein nicht ganz klaren Argumenten abgelehnt, was auch zeigt, dass der Kulturzirkel im Leben der Gemeinde zu diesem Zeitpunkt noch nicht integriert war. Ein Großteil der Vereinsmitglieder, die auch hinter der Entscheidung standen, den Tanzpalast zu veranstalten, unterstützten den Verein mit Spenden. Für den Bankkredit musste der 1. Vorsitzende bürgen. Der Verein war jetzt gezwungen "Geld mit allen Mitteln zu beschaffen", um den Bankkredit zurückzahlen zu können. In dieser Zeit festigte sich das „WIR“ im Verein noch mehr. Ideen von Mitgliedern wurden unterstützt und Veranstaltungen in großer Zahl durchgeführt. Veranstaltungen, die heute noch Bestand haben, wie das Weltbierfest oder die Oldie Night.

Andere Veranstaltungen, die zu dieser Zeit ins Leben gerufen wurden und mit großem Erfolg stattfanden, gibt es heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Genannt seien hier die „Kulturtage“, die sich über 3 Tage erstreckten.

Im Jahre 2001 konnte durch das große Engagement der Mitglieder die letzte Rate des Kredits überwiesen werden.

Heute steht der Verein auf gesunden Beinen. Eine große Kontinuität in der Führungsebene zeichnet den Verein aus. Die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen zeigen, dass der Verein mit den verpflichteten Künstlern wohl den Geschmack der Besucher trifft.

Im Jahre 2013 feierte der Kulturzirkel Hausen am Andelsbach e.V. sein 20-jähriges Bestehen. Auf ein großes Fest verzichtete der Verein. Dafür wurde mit einer erlesenen Künstlerauswahl das Jubiläum von Herbst 2013 bis Frühjahr 2014 gefeiert. Höhepunkt war der „besondere Abend“ am 2. November 2013. Kulturell und kulinarisch wurde ein Programm im Hirschsaal angeboten. Für die Gäste war es eine Überraschung, denn der Abend hieß "20 Jahre Kulturzirkel - ein Abend voller Überraschungen".